DSGVO-Audit Ihrer Website: Die 15-Punkte-Checkliste
Ihre Website ist das öffentliche Gesicht Ihres Unternehmens — und der erste Ort, den eine Datenschutzbehörde prüft. Ein systematischer DSGVO-Audit deckt Schwachstellen auf, bevor es zu Beschwerden oder Bußgeldern kommt.
Warum ein Website-Audit?
- Datenerhebung: Prüfen Sie Formulare, Tracking-Technologien und Datenschutzhinweise.
- Cookie-Banner: Prüfen Sie den tatsächlichen Einwilligungsfluss im Browser.
- Drittanbieter: Erfassen Sie übermittelte Daten und rechtliche Rollen für jede Verarbeitung.
Die 15-Punkte-Checkliste
Block 1: Rechtliche Pflichtinformationen
1. Impressum (§ 5 DDG)
- ☐ Vollständiger Name / Firmenname mit Rechtsform
- ☐ Anschrift (kein Postfach)
- ☐ E-Mail-Adresse UND weitere Kontaktmöglichkeit (Telefon oder Kontaktformular)
- ☐ Handelsregisternummer und Registergericht
- ☐ USt-IdNr. (falls vorhanden)
- ☐ Leicht erreichbar; eine bestimmte Klickzahl ist nicht gesetzlich festgelegt
2. Datenschutzerklärung (Art. 13/14 DSGVO)
- ☐ Name und Kontaktdaten des Verantwortlichen
- ☐ Kontaktdaten des Datenschutzbeauftragten (falls benannt)
- ☐ Zweck und Rechtsgrundlage jeder Verarbeitung
- ☐ Berechtigte Interessen (wenn Art. 6 Abs. 1 lit. f als Grundlage)
- ☐ Empfänger und Kategorien von Empfängern
- ☐ Drittlandübermittlungen mit Garantien
- ☐ Speicherdauer / Löschfristen
- ☐ Betroffenenrechte (Auskunft, Berichtigung, Löschung, Widerspruch)
- ☐ Beschwerderecht bei der Aufsichtsbehörde
- ☐ Eigenständige Seite, kein Bestandteil des Impressums
3. Barrierefreiheit der Pflichtinformationen
- ☐ Impressum und Datenschutz im Footer auf jeder Seite verlinkt
- ☐ Texte maschinenlesbar (kein eingebettetes Bild)
- ☐ Aktuelle Version (Datum der letzten Aktualisierung)
Block 2: Cookie-Compliance
4. Cookie-Banner
- ☐ Wird vor dem Setzen nicht-notwendiger Cookies angezeigt
- ☐ „Akzeptieren" und „Ablehnen" gleichwertig gestaltet
- ☐ Granulare Einstellungen (mindestens pro Kategorie)
- ☐ Kein Dark Pattern (Nudging, versteckte Ablehnung)
5. Technische Cookie-Prüfung
- ☐ Keine einwilligungspflichtigen Cookies vor Einwilligung — Browser DevTools prüfen
- ☐ Google Analytics, Facebook Pixel etc. laden erst nach Opt-In
- ☐ Session-Cookies für technisch Notwendiges korrekt konfiguriert
- ☐ Cookie-Laufzeiten entsprechen den Angaben in der Datenschutzerklärung
6. Consent-Management
- ☐ Einwilligungen werden protokolliert (Consent-Log)
- ☐ Widerrufsmöglichkeit jederzeit zugänglich (Footer-Link)
- ☐ Bei Widerruf werden Cookies tatsächlich gelöscht
- ☐ Consent-Versioning (bei Änderung: erneute Einwilligung einholen)
Block 3: Formulare und Datenerhebung
7. Kontaktformulare
- ☐ Nur notwendige Felder als Pflichtfeld
- ☐ Hinweis auf Datenschutzerklärung (Link, kein Checkbox-Consent nötig)
- ☐ Verschlüsselte Übertragung (HTTPS)
- ☐ Keine Weitergabe an Dritte ohne Rechtsgrundlage
8. Newsletter-Anmeldung
- ☐ Einwilligung nachweisbar; Double-Opt-In kann dafür eine geeignete Methode sein
- ☐ Klare Information über Inhalt und Häufigkeit
- ☐ Abmeldelink in jeder E-Mail
- ☐ Einwilligung dokumentiert (Datum, IP, Bestätigungsklick)
- ☐ Nur E-Mail als Pflichtfeld (Name optional)
9. Bewerbungsformulare
- ☐ Spezifische Datenschutzhinweise für Bewerber
- ☐ Speicherdauer für Bewerbungsdaten nach Zweck und anwendbarem Recht begründet
- ☐ Einwilligung für längere Speicherung (Talent-Pool)
Block 4: Externe Dienste und Drittanbieter
10. Schriften und Bibliotheken
- ☐ Google Fonts lokal eingebunden (nicht von Google-Servern)
- ☐ Font Awesome, Bootstrap etc. lokal oder vom eigenen CDN
- ☐ Externe Ressourcen nach tatsächlicher Datenübermittlung und Rechtsgrundlage prüfen; keine pauschale Einwilligungspflicht
11. Eingebettete Inhalte
- ☐ YouTube-Videos: 2-Klick-Lösung oder youtube-nocookie.com
- ☐ Google Maps: Erst nach Einwilligung laden
- ☐ Social-Media-Widgets: Shariff oder 2-Klick-Lösung
- ☐ Keine automatische Verbindung zu Drittservern ohne Consent
12. Analyse und Tracking
- ☐ Google Analytics: Cookie-Einwilligung, vertragliche Rolle und etwaige Drittlandübermittlung gesondert prüfen; IP-Kürzung genügt nicht
- ☐ Alle Tracking-Tools in Cookie-Banner integriert
- ☐ Server-seitiges Tracking als datenschutzfreundliche Alternative geprüft
- ☐ Matomo (selbst gehostet) als Alternative evaluiert
Block 5: Technische Sicherheit
13. Verschlüsselung und Zertifikate
- ☐ HTTPS auf allen Seiten (inkl. HTTP → HTTPS Redirect)
- ☐ SSL/TLS-Zertifikat gültig und aktuell
- ☐ HSTS-Header aktiv
- ☐ Mixed Content ausgeschlossen (keine HTTP-Ressourcen auf HTTPS-Seiten)
14. Sicherheitsheader
- ☐ Content-Security-Policy (CSP) konfiguriert
- ☐ X-Content-Type-Options: nosniff
- ☐ X-Frame-Options: DENY oder SAMEORIGIN
- ☐ Referrer-Policy: strict-origin-when-cross-origin
- ☐ Permissions-Policy definiert
15. Zugriffsschutz und Monitoring
- ☐ Admin-Bereich mit starken Passwörtern und MFA geschützt
- ☐ CMS und Plugins auf aktuellem Stand
- ☐ Regelmäßige Backups eingerichtet
- ☐ Monitoring für Ausfälle und Sicherheitsvorfälle aktiv
Bewertung der Ergebnisse
Die Zahl abgehakter Prüfpunkte ist kein DSGVO-Konformitätsscore. Ordnen Sie Befunde nach geltender Pflicht, möglichem Schaden für Betroffene und tatsächlicher Verarbeitung.
Automatisierung des Audits
Manuelle Prüfungen sind fehleranfällig und zeitaufwändig. Automatisierte Tools helfen:
- Cookie-Scanner: Je nach Werkzeug nur Antwort-Header oder den Browserverlauf prüfen; WarDek misst
Set-Cookie-Sicherheitsattribute einer HTTP-Antwort, nicht die Banner-Einwilligung - Header-Check: Sicherheitsheader automatisch validieren
- SSL-Prüfung: Zertifikatsstatus und Konfiguration
- Externe Ressourcen: Im Browser und über Dienstleisterunterlagen gesondert erfassen; der WarDek-Scan liefert kein vollständiges Drittanbieterinventar
Regelmäßigkeit
| Anlass | Empfohlene Frequenz |
|---|---|
| Vollständiger Audit | An Risiken und Änderungen angepasste Frequenz |
| Cookie-Check | Nach jeder Website-Änderung |
| SSL-Zertifikat prüfen | Monatlich (oder automatisiert) |
| Datenschutzerklärung aktualisieren | Bei jeder Änderung der Verarbeitungen |
| CMS-Updates | Wöchentlich |
Fazit
Ein systematischer DSGVO-Audit schützt vor Bußgeldern, Abmahnungen und Reputationsschäden. Die 15 Punkte dieser Checkliste decken die häufigsten Problemfelder ab. Aktualisieren Sie die Prüfung bei wesentlichen Änderungen und dokumentieren Sie die Ergebnisse; es gibt keine pauschale vierteljährliche DSGVO-Pflicht.
WarDek prüft technische Signale einer URL; ein Scan bescheinigt keine DSGVO-Konformität und ersetzt keinen vollständigen Website-Audit.